12. Mrz

Investitionsmotor für die Region

Bahngüterumschlag auf Wachstumskurs

Der Hafen Straubing-Sand ist mit einem Gesamtumschlag von 4,2 Millionen Tonnen im Jahr 2023 nach wie vor Niederbayerns leistungsstärkstes Güterverkehrszentrum. Trotz dieser insgesamt positiven Entwicklung verzeichnete der Schiffsgüterumschlag mit rund 516.000 Tonnen einen Rückgang um 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings zeigte sich eine signifikante Güterverlagerung von Schiff auf Bahn, woraus ein neuer Rekordwert beim Bahngüterumschlag resultierte: ein Zuwachs von 22 % zum Vorjahr auf 481.000 Tonnen. Dieser Anstieg verdeutlicht die Rolle des Hafens als wichtige Schnittstelle im Güterverkehr und die Notwendigkeit, den Anforderungen der Wirtschaft gerecht zu werden.

Potenziale für Schiff und Bahn
Mit Investitionen von EU, Bund und Freistaat wurde die Hafensohle im vergangenen Jahr parallel zum Donauausbau um 65 cm vertieft. Die Spundwände sind dabei mit mehr als 1.000 Horizontalankern statisch ertüchtigt worden, aus dem Hafenbecken wurden rund 55.000 m³ Nassbaggergut entfernt. „Nun können Schiffe, von Westen kommend, den Hafen Straubing-Sand an 300 Tagen im Jahr mit voller Abladetiefe anfahren“, zeigt sich der Vorsitzende des Zweckverbands Hafen Straubing-Sand (ZVH), Oberbürgermeister Markus Pannermayr zuversichtlich. Leichterungen im Oberwasser seien dann nicht mehr erforderlich. Darüber hinaus wird derzeit an der Planung eines Schwerlastterminals auf einer neuen Hafenhalbinsel gearbeitet. Damit soll dem stark zunehmenden Sektor der Groß- und Schwerraumtransporte im Straubinger Hafen Fläche geboten werden.
Mit der „Contargo Combitrac Straubing-Sand GmbH“, bestehend aus dem Container-Hinterlandlogistik-Netzwerk Contargo, der SFI GmbH sowie der Ziegler Group, wurde im vergangenen Jahr ein Betreiber für das bimodale KV-Terminal gefunden. Die Bauphase hat bereits begonnen, Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für das 2. Quartal 2025 geplant. Künftig sollen bis zu zehn Züge pro Woche an dem neuen Terminal verkehren.

Klimafreundliche Alternative für Berufspendler
Eine weitere Infrastrukturmaßnahme mit einem Mehrwert für die Beschäftigten im Hafen ist der neue Bahnhaltepunkt „Straubing-Hafen“. Dieser ist inklusive Fuß- und Radwegebrücke über die SR12 weitestgehend fertiggestellt und wird im Juni 2024 in den Fahrplan aufgenommen. Beide Maßnahmen werden vom Freistaat Bayern mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert. „Gerade für Berufspendler, die am Standort beschäftigt sind, stellt der neue Haltepunkt eine klimafreundliche und vor allem kostengünstige Alternative zum PKW dar“, ergänzt der stellvertretende ZVH-Vorsitzende und Aiterhofens Bürgermeister Adalbert Hösl.

Mehr Raum für Innovationen
Der BioCampus im Hafen ist ein 12 Hektar großes Areal, auf dem sich alles um die
biobasierte Wirtschaft dreht. Sein Herzstück ist das Technologie- und Gründerzentrum
(TGZ) mit ca. 4.200 m² Büro-, Werkstatt- und Laborflächen. „Vor dem Hintergrund einer
dauerhaft guten Belegung wird das TGZ um einen dritten Bauabschnitt mit ca. 2.000 m²
erweitert“, freut sich Zentrumsleiter Stefan Niedermeier. „Der Baubeginn erfolgt in
Kürze“. Inbetriebnahme ist für Ende 2025 / Anfang 2026 geplant. Derzeit haben 43 junge
Unternehmen mit 257 Beschäftigten ihren Sitz im TGZ. Sie investierten im letzten Jahr
rund 2,9 Millionen Euro. Um die hohe Nachfrage nach Laboren auch vorher schon
bedienen zu können, wurde im Frühjahr 2023 das modulare „BioLab“ mit ca. 300 m²
Fläche als vorgezogene Maßnahme der TGZ-Erweiterung eröffnet.

Internationale Strahlkraft
Ein Projekt, das internationale Strahlkraft haben wird, ist die „BioCampus MultiPilot“. Eine
biotechnologische Mehrzweckdemonstrationsanlage, die mit insgesamt 80 Millionen Euro
vom Freistaat Bayern gefördert wird. „Aus Stroh, Laub und Holz sollen hier künftig Prozesse
in vorindustriellem Maßstab demonstriert werden, die nachhaltigere Waschmittel,
Kunststoffe, Treibstoffe oder Einsatzstoffe für die Lebens- und Futtermittelindustrie
hervorbringen“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der BioCampus Straubing GmbH,
Landrat Josef Laumer. Ende 2023 wurde der offizielle Spatenstich mit dem Bayerischen
Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger
gefeiert.

Öffentliche Investitionen so hoch wie nie
Im vergangenen Jahr wurden im Hafen privatunternehmerische Investitionen von 30
Millionen Euro getätigt. Diesen Investitionen der Wirtschaft standen in 2023 öffentliche
Investitionen des Zweckverbandes in Höhe von 34 Millionen Euro – vor allem für die
BioCampus MultiPilot, die Anpassung des Hafenbeckens, die TGZ-Erweiterung sowie
die Modernisierung unserer Gleisanlagen – gegenüber. „Damit fahren wir das
anspruchsvollste Investitionsprogramm in der Geschichte unseres Hafens. In Zeiten
multipler globaler Krisen erweist sich der Hafen Straubing-Sand als ein Investitionsmotor
für die Region“, freut sich ZVH-Geschäftsleiter Andreas Löffert. Außerdem spiegele sich
die Attraktivität des Standorts für Logistik- und Industrieunternehmen in den aktuellen
Vermarktungserlösen wider. Im Jahr 2023 erreichte der ZVH mit insgesamt 121.363 m²
vermarkteter Ansiedlungsfläche in vier Fällen das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen.

 

Hier geht’s zur Pressmeldung vom 12.03.2024 und zum Flyer Statistik 2023.