Archiv für den Monat: Januar 2019

Mit Start-Ups für mehr Nachhaltigkeit

Die 15-jährige Greta Thunberg aus Schweden streikt seit Monaten jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament, statt zur Schule zu gehen. Immer mehr Schüler auf der ganzen Welt folgen ihr. Sie fordern, dass die Welt sich ändern muss – Regierungen, Unternehmen und Bürger müssen gegen den Klimawandel und für mehr Nachhaltigkeit aktiv werden. Auf ihren Plakaten steht: ‚Es gibt keinen Planet B‘. Keinen Planeten, dafür aber einen Plan B haben die 50 Start-Ups aus ganz Deutschland, die beim Gründerwettbewerb „PlanB – Biobasiert.Business.Bayern.“ ihre Geschäftsidee für mehr Nachhaltigkeit eingereicht haben. Am Montagabend präsentierten die besten fünf Teilnehmer sich der Jury und 200 geladenen Gästen in der Sennebogen Akademie im Hafen Straubing-Sand.

„Bayern ist seit jeher ein Gründer- und Innovationsland“, betonte Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, in seinem Grußwort. „Damit das auch so bleibt, brauchen wir Wettbewerbe wie PlanB. Straubing bündelt Kompetenzen für nachwachsende Rohstoffen und Nachhaltigkeit. Gründer mit Geschäftsideen in diesen Bereichen sind hier genau richtig. Bei PlanB können sie ihre Ideen weiterentwickeln und einem breiten Publikum präsentieren.“ Der Wettbewerb fand zum dritten Mal organisiert von der BioCampus Straubing GmbH statt. Zur Preisverleihung waren Vertreter aus Industrie, Finanz- und Venture Capital-Branche, Politik und Forschung gekommen, um die Geschäftsideen der diesjährigen Finalisten kennen zu lernen.

Geschäftsideen in drei Minuten
A+pro, Acticell, Freisicht, Regiothek und Seebeck250 – das waren die fünf jungen Unternehmen, die an dem Abend um die Preise des PlanB Gründerwettbewerbs kämpften. Mit ihren Produkten, Services und Verfahren tragen sie in verschiedensten Bereichen von der regenerativen Energie über grüne Chemie und Biotechnologie bis zu innovativen Werkstoffen und digitalen Lieferketten zu mehr Nachhaltigkeit bei. Bevor die Finalisten in Kurzvorträgen, sogenannten Pitches, ihre Geschäftsideen präsentierten, gab es Inspiration von einem, der es schon geschafft hat: Fabian Eckert, Geschäftsführer des Rosenheimer Start-Ups ReCup, einem Pfandsystem für Mehrweg-Kaffeebecher, gab Einblicke in das Leben eines erfolgreichen Gründers und was es bedeutet, mit seinem Unternehmen für mehr Nachhaltigkeit einzustehen.

In ihren Pitches hatten die Kandidaten jeweils drei Minuten Zeit, die PlanB-Jury von sich zu überzeugen. Die Jury hatte die Top 5 im Vorfeld unter allen Einreichungen ausgewählt. Stellvertretend für die 16 Jurorinnen und Juroren fühlten Dr. Mirja Wehner, Verband der Chemischen Industrie Bayern, Marco Winzer, Hightech Gründerfonds, Sepp Kellerer, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt und Andreas Löffert vom PlanB-Veranstalter BioCampus Straubing GmbH den Kandidaten danach noch mit Fragen auf den Zahn: wie weit ist die Entwicklung? Wird damit bereits Geld verdient? Oder liegen Patente vor?

Nach der Pause, in der sich die Jury zur Beratung zurückzog und das Publikum per Smartphone für seinen Favoriten abstimmen konnte, wurde es spannend. Die Auswertung der Publikumsabstimmung war eindeutig: Sebastian Wittmann überzeugte die knapp 200 Gäste mit der smarten Präsentation seiner Freisicht Massivholzbrillen und der Aussicht, seine Verformungstechnologie für Holz auch im Automobil-Interieurbereich einsetzen zu können. Überreicht wurde der Ehrenpreis von Sponsor Walter Roggenstein, Kelheim Fibres und Staatssekretär Roland Weigert. Der Sonderpreis für die beste Entwicklungsleistung von Phase 1 des Wettbewerbs bis zum Finale ging an Daniel Baumann aus Mamming, der mit seiner Idee „Der Hanfbayer“ die Nutzpflanze Hanf in Bayern wieder heimisch machen möchte.

Holzbrillen, umweltfreundliche Jeans und vegane Proteine
Platz 3, und damit 2.500 € Preisgeld, ging an Timo Broeker von a+pro aus Lemgo und seiner Technologie, vegane Proteine aus Agrarreststoffen wie Rapspresskuchen herzustellen und damit einen großen Beitrag zur Eiweißversorgung der Weltbevölkerung zu leisten. Dr. Mark Redshaw vom Sponsor Evonik gratulierte. 3.500 € und damit Platz 2 ging nach Österreich: Dr. Markus Rarbach vom Sponsor Clariant durfte Dr. Christian Schimper und seinem Acticell-Team gratulieren. Acticell hat ein toxische Chemikalien einsparendes Verfahren zur Färbung von Jeans entwickelt und damit die Jury überzeugt. Als Sieger des Abends sicherte sich Sebastian Wittmann von freisicht aus Freising mit seinen technologisch einzigartigen und anspruchsvoll designten Massivholzbrillen auch den ersten Platz der Jury: Armin Kienberger vom Hauptsponsor Bischof + Klein und Staatssekretär Weigert gratulierten zu 5.500 € Preisgeld und einer Starter-Einheit im BioCubator, dem Unternehmerzentrum für Nachwachsende Rohstoffe im Hafen Straubing. Alle Finalisten, auch Horst Erichsen von Seebeck250 aus Wismar und Simon Nestmeier von der Regiothek aus Passau, erhalten außerdem einen Imagefilm als Ehrenpreis, den sie für ihr Marketing nutzen können.
Der Gründerwettbewerb PlanB geht 2020 in die nächste Runde.
Unterstützt wird der Wettbewerb von einem Sponsoren- und Partnernetzwerk aus den Bereichen Gründerwesen und Finanzierung, Wirtschaft und Medien sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.planb-wettbewerb.de.

Die fünf Finalisten mit Präsentationen beim Prämierungsevent am 21.1.2019:

Name Start-Up/ProduktName TeilnehmerHerkunftWeb
Acticell GmbH – „for greener textile solutions“Dr. Christian SchimperWien, Österreichwww.acticell.at
A+pro – vegane Proteine auf ReststoffbasisTimo BroekerLemgon/a
Freisicht sustainable eyewear GmbH – Massivholz-BrillenSebastian WittmannFreisingwww.freisicht-eyewear.com
Regiothek – Ehrliches Essen – digitale Plattform für transparente LieferkettenSimon Nestmeier, Alexander TremelPassauwww.regiothek.de
Seebeck250 – Mini-HolzheizkraftwerkHorst Erichsen, Stefan von FriehlingWismarwww.he-energy.de
Sonderpreis für beste Entwicklung im Wettbewerb: Der HanfbayerDaniel BaumannMamming

Pressebilder (zum Abdruck freigegeben unter Angabe „Bild: German Popp“):


So sehen Sieger aus: Dr. Christian Schimper von Acticell (Platz 2, 6. v.l.), Sebastian Wittmann von Freisicht (Platz 1, 7.v.l.) und Timo Broeker von a+pro (Platz 3, 8.v.l.) im Kreise der Ehrengäste, Sponsoren und Juroren des PlanB Wettbewerbs


Freute sich über den ersten Platz bei PlanB: Sebastian Wittmann (4.v.l.) vom Start-Up Freisicht aus Freising bei der Preisübergabe mit Staatssekretär Roland Weigert (2.v.l.) und Hauptsponsor Armin Kienberger, Bischof + Klein (1.v.l.) sowie Moderator Dominik Glöbl.

Hintergrundinformation:
Der Gründerwettbewerb „PlanB – Biobasiert.Business.Bayern.“ wird seit 2014 von der BioCampus Straubing GmbH organisiert. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt den Wettbewerb seit 2016 mit einer Förderung, Staatsminister Hubert Aiwanger ist Schirmherr des Wettbewerbs.
Die aktuelle Wettbewerbsrunde startete im Mai 2018 und umfasste zwei Einreichphasen (Phase 1: Ideenskizze; Phase 2: PlanB Pitch Deck) sowie zwei Coaching-Wochenenden, individuelle Beratungsgespräche und Matching der Start-Ups mit für sie relevanten Forschungs- und Geschäftspartnern. In Phase 1 reichten 51 Gründer aus allen bayerischen Regierungsbezirken, neun weiteren Bundesländern, sowie aus Österreich und der Schweiz ihre Ideenskizzen ein. Die Ideen umfassten den kompletten Zielgruppenkreis des Wettbewerbs von Konzepten für regionale und faire Biolebensmittel über neue biobasierte Werkstoffe, den Einsatz von Holz, Biokunststoff-Applikationen und Verpackungslösungen, über IT-Konzepte für Blockchain und Kreislaufwirtschaft, bis hin zu Biotechnologie-Prozessen für Peptidsynthese und Bioenergie-Heizsysteme.
Die im Dezember für Phase 2 notwendige Ausarbeitung der Ideenskizze hin zu einem Pitch Deck, also einer Unternehmenspräsentation wurde von 26 Start-Ups erfüllt. Aus den 26 Einreichungen wählte die 20-köpfige PlanB Expertenjury auf Basis eines Punktesystems die fünf besten Einreichungen aus. Diese wurden zum Prämierungsevent am 21. Januar in Straubing eingeladen um dort ihre Ideen vorzustellen.
Die Wettbewerbsrunde 2018/19 wird durch ein starkes Sponsorennetzwerk unterstützt. Hauptsponsor ist der Verpackungsexperte Bischof + Klein. Ebenfalls dabei: Evonik, der High-Tech Gründerfonds, die Raiffeisenbank Straubing-Bogen und der Futtermittelhersteller DoFu. Der Spezialchemie-Konzern Clariant sowie der Spezialfaser-Hersteller Kelheim Fibres zeigen durch ihr erneutes Sponsoring ihre Verbundenheit zum Wettbewerb. Als Medienpartner sind das deutschlandweit führende Fachmedium der Chemie- und Pharmabranche CHEManager, das Gründermagazin StartingUp, das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt, sowie die Fachzeitung Ökona dabei.
Unter den Preisträgern der PlanB-Wettbewerbe 2014/2015 und 2016/2017 sind die Biotech-Start-ups CASCAT GmbH, LXP Group und 4Gene GmbH sowie das Marktforschungsinstitut GreenSurvey GmbH und die Bioenergie-Firmen Wagner Biogas GbR und KONAS. Weitere erfolgreiche Teilnehmer kamen aus den Bereichen Bioenergie, Design, Ingenieurwesen, industrielle Biotechnologie, Landwirtschaft, Gartenbau und Futtermittelindustrie.

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Hafen setzt auf nachhaltiges Wachstum

Wie kann der Güterverkehr der Zukunft sinnvoll bewältigt werden? Wie lässt sich die Bahnnutzung für Pendler und Geschäftsreisende attraktiver gestalten? Wie kann der Wandel hin zu einer biobasierten Wertschöpfung vor Ort gestaltet werden? Diese zukunftsträchtigen Fragen diskutierten Verantwortliche des Hafens Straubing-Sand mit Rainer Haselbeck, Regierungspräsident von Niederbayern, und Peter Schmid, dem neuen Bereichsleiter für Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr bei der Regierung.

In Zeiten, die von den Herausforderungen des Klimawandels geprägt sind, erwarten die Menschen ein qualitatives Wachstum, dass auf die natürlichen Lebensgrundlagen Rücksicht nimmt. Straubing als Region der Nachwachsenden Rohstoffe steht mit seiner Gesamtausrichtung für diese positive Art des Wachstums mit Sinn.
Auch der Straubinger Hafen will dieser Verantwortung mit seinen Aktivitäten zur Verkehrsverlagerung auf Schiff und Bahn gerecht werden. Um hier auch künftig auf Kurs zu bleiben sind umfangreiche Investitionen geplant, für die bei Regierungspräsident Haselbeck und Wirtschafts-Abteilungsleiter Schmid um Unterstützung geworben wurde. Nach einer Begrüßung und Präsentation des Standorts durch Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Landrat Josef Laumer konnte sich die Besuchergruppe bei einer Führung durch das Hafenareal und einem Rundgang durch das Technologie- und Gründerzentrum von der Dynamik am Standort und der Schwerpunktsetzung auf die Bioökonomie ein Bild machen.

Hafen an der Kapazitätsgrenze
Der Straubinger Donauhafen liegt beim Umschlagvolumen seit Jahren über der ursprünglich geplanten Kapazität von rund 600.000 t Schiffsgüterumschlag pro Jahr. Im ufernahen Bereich gibt es keine freien Ansiedlungs- und Umschlagflächen mehr. Die Schiffsliegeplätze sind regelmäßig ein Engpass.
„Der flussbauliche Ausbau der Donau, der die nächsten Jahre erfolgen wird, bringt eine Belebung der Wasserstraße mit sich. Weiterhin lassen die kontinuierlich gute Entwicklung im Hafenschwerpunkt Agrargüter und Biomasse, sowie die Chancen der industriellen Biotechnologie am Standort weitere Verkehrszuwächse erwarten“, so Hafen-Geschäftsführer Andreas Löffert.
Um diese mit dem umweltfreundlichen Binnenschiff zu bewältigen sind alsbald umfangreiche Investitionen in neue Liegeplätze, Umschlagflächen und ein Umschlaggerät notwendig.

Neuer Bahnhaltepunkt Hafen
Aber nicht nur Güter sollen effektiv und umweltfreundlich transportiert werden. Auch für die rund 3.000 Beschäftigten der Hafen-Firmen wird an Alternativen zum motorisierten Individualverkehr gearbeitet. Mittlerweile führen neben Buslinien ausgeschilderte Radwege ins Hafengebiet und ein Bahnhaltepunkt wurde 2015 in die Stationsoffensive Bayern eingebracht – aktuell übrigens der einzige neue Bahnhaltepunkt für Niederbayern, der noch in der Offensive verfolgt wird. „Wir brauchen politische Unterstützung, so dass hoffentlich bald die Züge am neuen Bahnhaltepunkt Hafen halten“ bringt es Bürgermeister Manfred Krä auf den Punkt. Die Gemeinde Aiterhofen ist neben dem Zweckverband Hafen für den Bahnhaltepunkt bereits in umfangreiche Vorleistungen gegangen.

Infrastruktur für biobasierte Wirtschaft
„Straubing ist der Hotspot für die bayerische Bioökonomie“, betonte Straubings Oberbürgermeister und ZVH-Verbandsvorsitzender Markus Pannermayr beim Rundgang: „Damit wir hier noch mehr passende Infrastruktur bieten können, planen wir jetzt die Erweiterung des BioCubators mit neuen Laboren und Büros. Darüber hinaus warten die Unternehmen der industriellen Biotechnologie auf den Bau der biotechnologischen Mehrzweckdemonstrationsanlage.“ „Die Verantwortlichen des TUM-Campus Straubing sind hoch identifiziert mit den wirtschaftlichen Themen der Region“, fügte Landrat Josef Laumer hinzu.

Nach der Standortbesichtigung wurden diese Themen und die nächsten Schritte Richtung Umsetzung diskutiert. Regierungspräsident Haselbeck sieht eine chancenreiche Zukunft für den Hafen Straubing-Sand und zeigte sich „beeindruckt, wie sehr der Hafen Teil der Straubinger Biotechnologie-Gesamtstrategie ist“.

Bild:
Der Niederbayerische Regierungspräsident Rainer Haselbeck (4. v.r.) und Wirtschaftsbereichsleiter Peter Schmid (2. v. r.) mit Verantwortlichen des Hafens Straubing-Sand (v. l.: Projektleiter Mehrzweckdemoanlage Dr. Thomas Luck, ZVH-Geschäftsleiter Andreas Löffert, Bürgermeister Manfred Krä, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Landrat Josef Laumer, stellv. ZVH-Geschäftsleiter Stefan Niedermeier (Foto: Hafen Straubing-Sand)

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Im grünen Bereich: Straubinger Bioökonomie-Branche wächst

Die Bioökonomie verspricht Lösungsansätze für die Herausforderungen des Klimawandels. Doch was verbirgt sich hinter diesem Wort, welche Akteure aus Industrie und Wirtschaft arbeiten daran in Bayern und welchen Herausforderungen stehen sie gegenüber? Antworten darauf fand der Bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger am Freitag bei seinem Besuch im Hafen Straubing-Sand. Dort arbeiten Start-Ups, Mittelständler und Weltkonzerne mit Erfolg an biobasierten, nachhaltigeren Lösungen für unsere Gesellschaft.

Während unserer Klausurtagung in Straubing habe ich in den letzten Tagen bereits die in Straubing ansässigen, exzellenten Forschungs- und Beratungseinrichtungen besucht, die an den Themen Energiewende und Nachhaltigkeit arbeiten“, sagte Wirtschaftsminister Aiwanger zu Beginn des Besuchs. „Hier nun die Firmen kennenzulernen, die diese Ergebnisse umsetzen, freut mich ganz besonders“. Unterstützt von Freistaat und der Region arbeitet der Zweckverband Hafen Straubing-Sand (ZVH) mit seiner Tochter, der BioCampus Straubing GmbH, an der Ansiedlung von Firmen aus dem Bereich der Bioökonomie. MdL und Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Landtag, Josef Zellmeier, weiß, worauf es dabei ankommt: „Nicht nur für die Forscher, sondern auch für die Unternehmen wollen wir in der Region der Nachwachsenden Rohstoffe optimale Voraussetzungen schaffen. Dafür haben wir den BioCubator im Technologie- und Gründerzentrum und mit dem physischen BioCampus im Hafen ein spezielles Areal für Ansiedlungen aus der biobasierten Wirtschaft.

Start-Ups und Weltkonzerne auf Erfolgskurs
Nach einer Präsentation des Standorts durch ZVH-Geschäftsleiter Andreas Löffert konnte sich die Besuchergruppe bei einem Rundgang durch den BioCubator von den Arbeitsschwerpunkten der ansässigen Firmen überzeugen. Der Spezialchemiekonzern Clariant betreibt auf dem BioCampus seine Demonstrationsanlage für Ethanol aus Agrarreststoffen wie Stroh. Im letzten Jahr gelang der Firma mit dem ersten Lizenzverkauf seiner Technologie ein großer Erfolg. Neben großen Unternehmen wie der Clariant AG sind es auch die jungen Unternehmen, die im Hafen aktuell erfolgreich wachsen. Das Biotech-Start-Up CASCAT GmbH, eine Ausgründung des TUM Campus Straubing, arbeitet im BioCubator an neuen Enzymen, um Chemikalien biobasiert herzustellen. Mit dem ersten großen Auftrag in der Tasche startet für sie das neue Jahr vielsprechend.
Ebenso wie CASCAT, die Marktforschungsagentur GreenSurvey und der Biokunststoffhersteller Biofibre kam das Start-Up maxbiogas GmbH als Preisträger des Gründerwettbewerbs PlanB in den Hafen. Maxbiogas plant gerade im Landkreis eine Demoanlage für den Aufschluss von Biomassereststoffen zur Optimierung von Biogasanlagen und zur Produktion von Werkstoffen. Für den aktuellen PlanB-Wettbewerb hat Wirtschaftsminister Aiwanger die Schirmherrschaft übernommen.

Neue Infrastrukturangebote nötig
„PlanB ist neben passgenauer Infrastruktur für uns ein wichtiges Instrument, um den Standort für Firmen der Bioökonomie attraktiv zu machen“, betonte Straubings Oberbürgermeister und ZVHVerbandsvorsitzender Markus Pannermayr beim Rundgang: „Damit wir hier noch erfolgreicher werden, planen wir jetzt die Erweiterung des BioCubators mit neuen Laboren und Büros. Auf den Bau der Mehrzweckdemonstrationsanlage warten die Unternehmen der industriellen Biotechnologie“. Die Notwendigkeit für neue Infrastruktur sei groß, fügte Landrat Josef Laumer hinzu: Der BioCubator ist komplett besetzt, und die Bioökonomie befinde sich allgemein im Aufwind: „wir gehen davon aus, dass auch aus der aktuellen PlanB-Runde, in der wir in einer Woche die Gewinner küren, wieder Firmen zu uns kommen wollen. Für sie brauchen wir Angebote“.

Diese Angebote und nächste Schritte, sie umzusetzen, waren Gegenstand der anschließenden
Diskussionsrunde der Delegation. Abschließend zeigte sich Wirtschaftsminister Aiwanger
beeindruckt: „Ich denke, dass hier eine hervorragende Weiterentwicklung der Straubinger
Forschungslandschaft passiert und hier ein echter Leuchtturm der Bioökonomie entsteht“.

Bild (Quelle: German Popp, zum Abdruck freigegeben):
Im Hafen Straubing-Sand besuchte der Bayerische Wirtschaftsminister wachsende Bioökonomie-Firmen wie das Biotech-Start-Up CASCAT GmbH: (v.l.n.r.): André Pick, Geschäftsführer CASCAT, Josef Laumer, Landrat Straubing-Bogen, Markus Pannermayr, Oberbürgermeister Stadt Straubing, Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Prof. Dr. Volker Sieber, Rektor TUM Campus Straubing, Josef Zellmeier, MdL, Manfred Krä, Bürgermeister Aiterhofen, Andreas Löffert, Geschäftsleiter Zweckverband Hafen Straubing-Sand, Dr. Thomas Krammer, Bayerisches Wirtschaftsministerium, Ludwig Waas, Bürgermeister Niederwinkling.

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