Unternehmen zeigen auch im Jahr 2025 wieder steigende Investitionsbereitschaft
Während die Investitionstätigkeit deutschlandweit auf einem historisch niedrigen Niveau liegt, zeigt sich im Hafen Straubing-Sand ein gegensätzlicher Trend: Insgesamt wurden 2025 rund 94 Millionen Euro investiert. Davon entfallen 55 Millionen Euro auf private Investitionen der ansässigen Unternehmen und 39 Millionen Euro auf öffentliche Infrastrukturprojekte. Der Zweckverband Hafen Straubing-Sand (ZVH) investierte in den letzten drei Jahren antizyklisch insgesamt 115 Millionen Euro vor allem für logistische Infrastrukturprojekte und den Aufbau des BioCampus. Infolgedessen steigen auch die Investitionen der Unternehmen im Hafen im zweiten Jahr in Folge. „In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es ein starkes Signal, dass sowohl die öffentliche Hand als auch Unternehmen konsequent in den Standort investieren. Das unterstreicht die hohe Attraktivität und Zukunftsfähigkeit unseres Hafens“, erklärt der amtierende ZVH-Verbandsvorsitzende Oberbürgermeister Markus Pannermayr.
Trimodaler Hafenumschlag im Wandel
Der Hafen Straubing-Sand behauptet sich auch im Jahr 2025 als leistungsfähiger Logistik- und Innovationsstandort – und setzt dabei neue Akzente im Modal Split: Erstmals übertrifft der Bahngüterverkehr den Schiffsgüterumschlag. Während der Güterumschlag per Schiff auf 532.000 Tonnen zurückging (minus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr), konnte die Bahn mit 549.000 Tonnen ein deutliches Plus von 9 Prozent erzielen. Insgesamt werden damit 24,3 Prozent der Güter über die umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn und Schiff abgewickelt, während 75,7 Prozent weiterhin auf den LKW entfallen. Rückenwind erhält diese Entwicklung durch die Inbetriebnahme des neuen Terminals für den Kombinierten Verkehr im vergangenen Herbst, das den effizienten Umschlag zwischen Straße und Schiene auf einer Fläche von über 50.000 m² ermöglicht und die Verlagerung von Transporten auf die Schiene dauerhaft stärkt.
„Dass die Bahn erstmals vor dem Schiff liegt, folgt einem allgemeinen Trend in den Binnenhäfen. Als Hafen werden wir aber weiterhin in erster Linie ein treuer Partner im System Binnenwasserstraße bleiben. In den kommenden Jahren wollen wir dort die Früchte aus dem Donauausbau und unseren Investitionen in die Hafeninfrastruktur ernten“, betont Andreas Löffert, Geschäftsleiter des ZVH.
Neue Perspektiven im High & Heavy-Bereich
Mit Blick in die Zukunft richtet der Hafen seinen Fokus verstärkt auf den Ausbau spezialisierter Infrastruktur – insbesondere im Segment der Großraum- und Schwerlastlogistik. Das im Bau befindliche High & Heavy-Terminal wird neue Möglichkeiten für den Umschlag sperriger und schwerer Güter eröffnen und die Position des Hafens als leistungsfähige Drehscheibe weiter stärken. Zugleich ist es ein wichtiger Schritt, um eine leistungsfähige Alternative zur Straße zu schaffen. Angesichts zunehmend überlasteter Brücken gewinnen die bayerischen Häfen und Binnenwasserstraßen als zuverlässige Transportwege für Industriekunden und Anlagenbauer weiter an Bedeutung.„Mit dem High & Heavy-Terminal schaffen wir die Voraussetzungen, um Großraum- und Schwerlastgüter sicher, effizient und umweltfreundlich über den Wasserweg zu transportieren und gleichzeitig die Anbindung an die Seehäfen weiter zu stärken“, erklärt Landrat Josef Laumer, Aufsichtsratsvorsitzender der Hafen Straubing-Sand GmbH (HSG).
Einzigartige Scale-up-Infrastruktur wächst weiter
Ein besonderer Fokus der Investitionstätigkeit liegt weiterhin auf dem BioCampus im Hafen Straubing-Sand. Hier entsteht eine durchgängige Scale-up-Infrastruktur, die Unternehmen entlang der gesamten Innovationskette begleitet – vom Labor- über den Pilotmaßstab bis hin zum Demonstrationsmaßstab von bis zu 25 m³ Arbeitsvolumen. Diese gebündelte Infrastruktur an einem Standort ermöglicht es insbesondere Start-ups und Scale-ups, ihre biotechnologischen Prozesse effizient zu entwickeln, zu skalieren und in Richtung Marktreife zu führen. „Am BioCampus schaffen wir zusammen mit dem TUM Campus Straubing, der Fraunhofer IGB und weiteren essenziellen Partnern eine Infrastruktur, die in dieser Form einzigartig ist: Unternehmen aus der biobasierten Branche finden hier alle Voraussetzungen, um Innovationen schneller aus dem Labor in die industrielle Anwendung zu überführen“, erläutert Aiterhofens Bürgermeister Adalbert Hösl, stellvertretender Verbandsvorsitzender, die Strategie des Zweckverbands.
Parallel dazu wird auch das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) auf dem BioCampus des Hafens erweitert. Mit dem dritten Bauabschnitt entstehen auf rund 2.000 m² moderne Büroflächen ab 22 m², die auf die Bedürfnisse junger und wachsender Unternehmen zugeschnitten sind. Ergänzt wird das Angebot durch ausgestattete Labore im S1-Standard, die insbesondere biotechnologischen Start-ups optimale Rahmenbedingungen bieten. Darüber hinaus wächst auch das Angebot für Kundenmeetings, Austausch und Zusammenarbeit: Ein multifunktionaler Workshopraum sowie eine exklusive Lounge erweitern künftig die bestehenden Tagungs- und Veranstaltungsflächen – sowohl für interne Nutzer als auch für externe Partner. „Mit dem Ausbau des TGZ stärken wir das Innovationsökosystem in der Region. Wir schaffen Raum für Ideen, Vernetzung und Wachstum – und damit die Grundlage für die Unternehmen von morgen“, unterstreicht Zentrumsleiter Stefan Niedermeier. Im Jahr 2025 wurde außerdem der Coworking-Space KOJE4 eröffnet, der ein flexibles Arbeiten ermöglicht und das Angebot des TGZ abrundet.
Standort mit klarer Zukunftsstrategie
Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Der Hafen Straubing-Sand bleibt ein dynamischer Wachstumsmotor für die Region. Das Wachstum auf der Schiene, Investitionen in neue Infrastruktur und vor allem der konsequente Ausbau des BioCampus unterstreichen die strategische Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. „Wir entwickeln den Hafen konsequent weiter – als leistungsstarke Logistikdrehscheibe, als technologieführenden Innovationsstandort und als zuverlässigen Motor für nachhaltiges Wachstum in der Region“, fasst Löffert zusammen.

